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Zitty, Ausgabe 6/2001

Judentum im Netz

Koscher mit Computer

WO MILCH UND HONIG FLIESST, KANN ES KLEBRIG WERDEN. Gut, dass die virtuelle Welt so aseptisch funktioniert und der Datenfluss keine pappigen Spuren hinterlässt. Insofern klappt es auch, Milch und Honig in einem Kreuzberger Büro in einen Rechner einzuspeisen und in alle Welt zu verschicken - als gleichnamige Website, die Dienstleistungen rund ums Judentum in Berlin anbietet:

von Hebräisch-Kursen über koscheres Catering, vom Touristenservice bis zum Rabbiner-Chat zu religiösen Fragen.
Im Januar haben die Berliner Medienfrauen Gabriele Noa Lerner, Angelika Dufft und Adriana Marin Grez die Idee aus den USA umgesetzt - und sie sehr schön gestaltet, farblich klar, übersichtlich und professionell. Die jüdischen Feiertage stehen selbstverständlich auf der Homepage, ein stündlich aktualisierter ticker liefert Nachrichten aus Israel, und die Seiten für Touristen gibt es auch auf Englisch. Neben einem Newsletter sollen Teile des Angebots demnächst auch auf Russisch erscheinen.
Manche Rubriken versprechen allerdings mehr, als sie halten können. So findet sich unter "Kunst und Kultur" nur eine Mini-Auswahl jüdischer Künstler, obwohl es sie in Berlin in rauen Mengen gibt. Auch die Jobbörse oder der Rezepte-Tausch muss offenbar erst anlaufen. Koscheren Wein online zu bestellen, haben wir nicht ausprobiert. Aber das Versenden virtueller Milch-und-Honig-Postkarten funktioniert einwandfrei. Ganz ohne die E-Mailbox zu verkleben.
MEIKE WÖHLERT

 

allgemeine jüdische Wochenzeitung 1.2.2001

Milch und Honig

Unter diesem verführerischen Namen präsentiert sich ein neues jüdisches Portal in Deutschland:
http://www.milch-und-honig.com/
Die kommerzielle Internetsite liefert Informationen über koschere Einkaufsmöglichkeiten, Party- und Simche Services. Der Simche Service bietet seine Unterstützung bei Hochzeiten, Britmila, Bar- und Batmizwa-Feiern an. Stündlich aktualisierte Nachrichten werden auf der Site unter dem Link "news" veröffentlicht:
http://www.milch-und-honig.com/
news.htm

Auch geistige und seelische Bedürfnisse will die Web-Site befriedigen. So werden Grundlagen des Judentums in einem "offenen Chat" (Diskussionsforum) vermittelt: http://www.milch-und-honig.com/
chat.htm

Es können auch online Fragen an einen Rabbiner gestellt und Informationen zum beginnenden Hebräischkurs eingesehen werden: http://www.milch-und-honig.com/
studiumundlehre.htm

Der Link "Essen und Trinken" informiert über die Möglichkeiten koscherer Versorgung in Deutschland. Hier werden Adressen von Restaurants und Lebensmittelgeschäften aufgelistet:
http://www.milch-und-honig.com/
essen.htm

Außerdem besteht auch die Möglichkeit koschere Kochrezepte auszutauschen:
http://www.milch-und-honig.com/rezepte.htm
Die Sparte "Kunst und Kultur" soll Künstlern, die ihre Arbeiten auf dem Hintergrund des Judentums erstellen, die Möglichkeit geben, sich und ihre Werke im Internet zu präsentieren, unterteilt in die Kategorien "Musiker", "bildende Künstler" und "Literatur":
http://www.milch-und-honig.com/kunst.htm
Der Link "Touristenservice" bietet englischsprachige Informationen, von koscheren Restaurants bis zu Synagogen und liefert Antworten auf Fragen wie "Wohin geht man über Schabbat?" bis "Gibt es eine Betreuungsmöglichkeit für Kinder?":
http://www.milch-und-honig.com/Touristenserviceeng.htm
Wer Fragen zur Site und zum Service hat, kann sich an folgende e-mail-Adresse wenden: milchundhonig@mediados.de
Alles in allem eine (für kommerzielle Sites) sehr nette Internetadresse. Viel Spaß beim Surfen, bis zur nächsten Ausgabe. :-) JB

 

Tagespiegel 19.1.2001

Jüdisches Leben im Netz
Wo Milch und Honig fließen


Neu im Web: Koschere Ernährung, jüdische Feiern und ein besonderer Touristenservice
Kurt Sagatz

Das Land, wo Milch und Honig fließen, hat im Internet eine neue Heimat gefunden. Unter der Web-Adresse www.milch-und-honig.com präsentiert sich eine neue Facette des jüdischen Lebens in Berlin - mit Blick auf das übrige Deutschland.
Der Online-Dienst "Milch und Honig", der erst Anfang des Jahres startete, ist in erster Linie ein innerjüdisches Angebot rund um die Themenbereiche Speisen, Kunst und Sprache, wie Gabriele Nora Lerner als eine von drei Gründerinnen des Dienstes erläutert.

Während es zum Beispiel für die jüdische Gemeinde in London oder New York seit langem ganz selbstverständlich ist, sich über das Internet darüber zu informieren,
wo man beispielsweise koscheren Wein beziehen oder sich über individuelle jüdische Heiratsverträge informieren kann, fehlte ein solches Angebot bislang für Berlin und die Bundesrepublik.
Zusammen mit Angelika Dufft und Adriana Marin Grez keimte Anfang letzten Jahres der Gedanke, wie ein solcher Service hierzulande auf tragfähige Beine gestellt werden könnte. Im Mittelpunkt des Online-Dienstes steht die Vermittlung von Dienstleistungen rund ums jüdische Leben. Im Bereich "Essen und Trinken" präsentieren Restaurants und Lebensmittelgeschäfte ihr Angebot an koscherer Versorgung. Derzeit wird so zum Beispiel bei Weinen und Spirituosen über koschere Weine aus Frankreich informiert.

Oder wird für eine jüdische Feier eine Klezmer-Kapelle gesucht? Auch hier will "Milch und Honig" weiterhelfen, in dem Kontakt zu darauf spezialisierten Künstlern hergestellt wird. Wer will, kann sich beispielsweise die gesamte Bar-Mitzwah-Feier ausrichten lassen. Zugleich stellt die Vermittlung von Informationen die wichtigste Erlösquelle dar. Wird über die Site zum Beispiel Wein verkauft oder ein Künstler vermittelt, erhält "Milch und Honig" eine Provision.
Anfangs wird sich der Dienst vorrangig auf Berlin konzentrieren. Stück für Stück sollen die anderen deutschen Städte hinzukommen und langfristig auch die Angebote für das flache Land ausgebaut werden. Neben den Informationen über koschere Lebensmittel und jüdische Feiern wird derzeit in "Milch und Honig" noch ein ganz besonderes Angebot aufgebaut: Der Touristenservice.
Zum einen werden für jüdische Touristengruppe vor allem aus den USA traditionelle Führungen zu Orten organisiert, an denen früher jüdisches Leben stattfand oder die das Wiederaufleben in der heutigen Zeit darstellen.
Auch individuelle Touren können gebucht werden, wenn es beispielsweise darum geht, das Haus zu besuchen, in dem die Großeltern einmal lebten. Das Spektrum reicht somit von der zweistündigen Stadtführung bis zur fünftägigen Erinnerungstour mit persönlichem Reisebegleiter.
Auch die entsprechenden Recherchen in den Archiven können über "Milch und Honig" bei Historikern gebucht werden.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist der intellektuelle Austausch in der Rubrik "Studium & Lehre".
Neben der Möglichkeit, sich mit dem Berliner Rabbiner Walter Rothschild per E-Mail über religöse Fragen zu unterhalten, wird derzeit ein Online-Sprachkurs Hebräisch aufgebaut.
Derzeit werden Kompaktkurse unter anderem in den Grundlagen der modernen hebräischen Sprache angeboten - allerdings offline jenseits des Computers. Zudem werden Referenten für den schulischen Unterricht, aber auch für Seminare und Workshops sowie themenbezogenes Theater angeboten, wie auf der Homepage mitgeteilt wird.
So umfangreich das Angebot von "Milch und Honig" zwar ist, als Instrument zum Abbau von Ressentiments zwischen Juden und Nichtjuden sieht Gabriele Lerner das Angebot nicht.
Es sei zwar sinnvoll, in diese Richtung zu denken, aber gleichwohl sei dies nicht Aufgabe von "Milch und Honig". Auch will ihre Website nicht in Konkurrenz zu bestehenden jüdischen Angeboten wie zum Beispiel Hagalil treten.
Zu tun gibt es dennoch genug, denn die offiziellen Angebote der einzelnen jüdischen Gemeinden in Deutschland seien alles andere als aktuell, kritisiert die Kreuzberger Firmenchefin.

Berliner Zeitung 22. 1. 2001

Internet-Service über das jüdische Berlin

Mit "Milch und Honig" durch die Hauptstadt

Das jüdische Leben in Berlin wird immer vielfältiger und die Informationen darüber immer ausführlicher. Mit "Milch und Honig" ist dieser Tage ein neues Internetangebot eröffnet worden. Wie Mitinitiatorin Gabriele Noa Lerner sagt, sollen Dienstleistungen rund um das Judentum angeboten werden. So gibt es ein Servicepaket zu Feierlichkeiten jeder Art oder Informationen über Speisen, Kunst und Sprache. Darüber hinaus werden jüdische Künstler vorgestellt. Außerdem werden Hebräisch-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten. Gabriele Noa Lerner, Angelika Dufft und Adriana Grez greifen eine Idee aus den USA auf: die Bündelung von jüdischen Dienstleistungen im Internet mit Verweisen auf andere Institutionen und Anbieter. Sie wünscht sich eine Kooperation mit zwei bereits bestehenden, eher überregional ausgerichteten Seiten zu jüdischen Themen. "Gerade Sonderwünsche sind es, die uns herausfordern, sagt Gabriele Noa Lerner. So könne "Milch und Honig" helfen, wenn jemand koschere Gänseleberpastete aus Ungarn suche. Eine Reisebegleiterin hat außerdem Stadtführungen mit Schwerpunkten und Arrangements für Sabbat und andere Feierlichtage für die immer größer werdende Gruppe jüdischer Touristen zusammengestellt. (mm)